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IAA Mobility 2021: In guter Hoffnung

IAA Mobility 2021: In guter Hoffnung

Knackig und elektrisch, aber erst in 2025: VW ID Life, attraktiv-nüchtern, mehr Funktion als Faszination, aber Strom fürs Volk. Hoffentlich. (Abbildung Volkswagen) 

Auto-Messe in München mit künftiger Mobilität / Neue Automodelle ziehen noch immer / Demos mit irren Forderungen

Ist der Maßkrug noch halb voll oder schon halb leer? Weil es eine Frage der Perspektive ist, weiß niemand wirklich, ob die erste IAA Mobility nun ein Erfolg für die individuelle Mobilität war oder eher eine laue Schauveranstaltung fürs „Greenwashing“ (Auto-Gegner-Sprech). Gezählt wurden etliche Automarken, die den Auftritt in München scheuten. Dennoch wurden es 400 000 Besucher während 6 Tagen Messe für alle und insgesamt zwischen 15- und 20 000 Demonstranten, von denen viele mit dem Radl da waren. Niemand weiß, wie sich die ungebrochene Attraktivität von „München“ auswirkte.

Das neue Konzept mit einer Reihe von Modell-Präsentationen im eher konservativen Teil und mit dem neuen Ansatz inhaltlicher Mobilitäts-Themen in die Münchner Innenstadt zu tragen, sie zu erklären und zu diskutieren scheint es wert, fortgesetzt zu werden. Denn klar ist: Die einstige IAA mit Millionen-Besuch und Premieren-Feuerwerk ist tot. Rund um traditionelle Modell-Feierlichkeiten auf Messeständen mit Schaumwein und Häppchen, später in Showrooms vor geladenen Gästen, dann in Hochglanz-Magazinen und auf sonstigen Social-Events hat sich die Auto-Welt natürlich unter dem Einfluss der elektronischen Möglichkeiten verändert. Und ob noch ein neuer, kleiner Elektro-VW oder ein weiterer Fullsize-Stromer von Audi als Besucher-Magneten wirken, das weiß keiner.

Denn, ob das Interesse am Auto erkaltet ist oder sich die Menschen mit klopfendem Herzen („… will haben!“) und prallem Geldbeutel alternativ einem neuen Lastenrad nähern, lässt sich aus dieser Veranstaltung nicht herauslesen. Immerhin hat sich die (im Kern deutsche) Autoindustrie bemüht, nämlich um Sachlichkeit und diskussionswürdige Ansätze für veränderte Mobilität. Natürlich will die Autoindustrie an ihrem Produkt festhalten, aber es wird künftig abgasfrei und intelligenter, deshalb noch sicherer fahren. Doch sieht es nicht so aus, als gebe sich der harte Auto-Gegner-Kern damit zufrieden. Es müsse der „Irrsinn der individuellen Mobilität“ endlich abgeschafft werden, tönte eine Sprecherin zu dieser IAA. Deren Aktivitäten und die Auto-Modelle mit E-Antrien seien lediglich „Greenwashing“. Nichts weniger als die Umwidmung der Autostraßen in Fahrradwege und der per Gesetz verbotene Betrieb von Automobilen wurden gefordert. Es geht um die Abschaffung des Automobils zur individuellen, freiheitlichen und freudvollen Benutzung. Und das gilt es zu verhindern. Dafür bringt uns die Mariandl noch eine volle Maß. (wp.)

Otto im Volvo

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Tiere im Auto (02): Wie Otto von wo zu uns kam und geblieben ist / Kein einfacher Weg in sein zweites Leben: Der Satz in den Laderaum / Gewöhnung ist alles (Foto etcpp.) Tiere als Beifahrer sind wie Menschen im Auto: Unterhaltsam oder lästig. Mitunter sind sie nötig...

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August 2021
Aus dem Stau in den Biergarten: Zur Radlermaß
Auf der Autobahn sind im Stundenstau alle gleich. Bei 35 Grad im Schatten weichen alle durch, der Macho-Kerl im Biturbo-V8 wie der Hänfling im bechromten Astra. Vor der Radlermaß im Biergarten wird gepflegt parliert und über die kleinlaute „Mobilitätsmesse“, einst als IAA verkauft, sinniert. Und „Sand im Getriebe“ hat sich auch schon gemeldet, mit alten Parolen und bekannter Absicht zur Blockade, aber …
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Zwischenruf

Juni 2021
Von wip.
Wie definiert sich Rasen?
Nicht das Grün im Garten oder Park ist gemeint, sondern das ungebührlich schnelle Fahren mit einem motorbetriebenen Fahrzeug. Auto, Bike also. Zu schnell fahren, das trifft das in etwa und würde gegebenenfalls auch viel zu schnelle Radfahrer einschließen, ist aber als Definition immer noch zu ungenau. Denn: Was ist eigentlich zu schnell? Aber ab welchem Tempo ist man zu schnell? Oder besser gefragt: Ab wann zählt man zu den Rasern?

Eine extrem hohe Geschwindigkeit muss dabei gar nicht sein. Denn wer bei vorgeschriebenem Tempo 30 scheinbar gemütliche 50 km/h fährt, ist eindeutig zu schnell – und dann auch schon ein Raser? Es gibt, vor allem im world-wide-web zahlreiche Ausführungen zu dieser Thematik, aber wohl keine amtlich beglaubigte Definition. Der Sache näher kommt die Herangehensweise der RoadCross-Organisation in der Schweiz – nach eigenem Bekunden das Kompetenzzentrum für Verkehrssicherheit.

Zum Raser heißt es dort: „Wer rast, missachtet die geltende Höchstgeschwindigkeit auf besonders krasse Weise“. Zum Beispiel dann, wenn m/w/d die 50 km/h um eben diese überschreitet. Oder bei 80 wiederum um 80 – was auf den ersten Blick als recht großzügige Auslegung erscheint. Denn nach gängiger Meinung dürfte die Toleranzschwelle subjektiv niedriger liegen.

Das Rasen erlebt in der deutschen Diskussionsgesellschaft gerade eine neue Bedeutung. Die Bundestagswahlen stehen an und da kommen auch die reflexartigen Forderungen nach einem Tempolimit auf Autobahnen ins Spiel. Weil mehr als Tempo 130 schon Rasen ist? Gerne wird in diesem Zusammenhang auf schwere Unfälle auf den Schnellstraßen verwiesen. So zum Beispiel, als letzte Woche bei Regensburg vier Menschen ums Leben kamen. „Auto rast in Sattelschlepper“ hieß es etwa auf der Internetseite jener Zeitung, die gerne als die mit den großen Buchstaben bezeichnet wird. Hätte sich dieser „Raserunfall“ bei einem Limit vermeiden lassen? Wohl kaum. An der Unfallstelle galt Tempo 100. Aber darüber wurde nicht berichtet. (wip.)